Musikalische Entdeckungsreise

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt – Foto: Tobias Tanzyna

Internationales Festival junger Opernsänger*innen unter neuer künstlerischer Leitung: Grétrys „Blaubart“ und Paisiellos „Barbier von Sevilla“ – im diesjährigen Festivalsommer vom 30. Juni bis zum 6. September 2026 wird Rheinsberg zum Kunstlabor für die Opernstars von morgen.

Mit dem Sommerprogramm ihres 35. Internationalen Festivals junger Opernsänger*innen bietet die Kammeroper Schloss Rheinsberg ein dichtes Festspielprogramm mit insgesamt 28 Aufführungen – von Musiktheater im Schlosshof über Open-Air-Abende im Heckentheater bis zu Konzerten im Spiegelsaal und Schlosstheater. Als Musiktheaterproduktion stehen auf dem Spielplan: André Grétrys „Blaubart“, Giovanni Paisiellos „Der Barbier von Sevilla“ und „Dollhouse“ von Clemens K. Thomas. Das Jahresmotiv verbindet die Spielzeit mit den 300. Geburtstagen des preußischen Prinzen Heinrich und Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel. Das Programm spannt so einen Bogen von preußischer Hof- und französischer Aufklärungskultur zu europäischen Perspektiven von heute.

Herzstück des Festivalsommers ist ein spannendes Werk aus dem revolutionären Frankreich: André-Ernest-Modeste Grétrys Opéra-comique „Blaubart“ (Raoul Barbe-bleue, UA 1789, Paris, St. Petersburg) wird als Open-Air-Produktion im Rheinsberger Schlosshof und mit der Akademie für Alte Musik Berlin gegeben. Die zweite große Aufführungs-Serie des Festivalsommers ist „Der Barbier von Sevilla“ – das Original von Giovanni Paisiello (Il barbiere di Siviglia, UA 1782) im Schlosstheater mit der Kammerakademie Potsdam. Die Besetzung speist sich ebenfalls aus Preisträger*innen des hauseigenen Gesangswettbewerbs; unter der musikalischen Leitung von Werner Ehrhardt spielt die Kammerakademie Potsdam.

SCHLOSSPARK ALS BÜHNE

Das historische Schlossareal wird beim Festivalsommer 2026 unmittelbar erfahrbar: Beim multidisziplinären Wandelkonzert für die ganze Familie „Auf Entdeckungsreise im Park von Heinrich“ folgt das Publikum der La-Fontaine-Fabel „Die Kutsche und die Fliege“ zu Musikkultur unterschiedlichen Pop-up-Darbietungen im Schlossgarten (4. Juli). Am Folgetag lädt das große Parkfest „Schach mit Philidor: Das musikalische Damengambit“ anlässlich des 300. Geburtstags des Komponisten und Schachmeisters François-André Danican Philidor ein: Livemusik der Rheinsberger Hofkapelle 2026/27 begleitet ein Schach-Event im Orangerieparterre, wo ein Schachbrettmotiv in die Gartenanlage integriert ist. Mutige Besucher können dabei gegen Schachmeister Jonathan Carlstedt antreten (5. Juli).

Ein Höhepunkt im Heckentheater ist „Midsommar“, das schwedische Sommerfest: Zwischen Live-Acts und schwedischen Spezialitäten zieht nordische Mitsommer-Stimmung in die malerische Kulisse des Schlossparks ein (19.Juli). Zudem stehen auf dem Spielplan: die Open-Air-Operngala unter dem Motto „Surprises für Heinrich“ mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und Dirigentin Catherine Larsen-Maguire, die Liederabende „Lieder für Heinrich und Wilhelmine“ sowie das Bundesjazzorchester und die Big Band „Big Brass“.

MUSIKTHEATER VON MORGEN

Den Abschluss des Festivals setzt die Bundesakademie für junges Musiktheater mit „Dollhouse – Eine cute Oper“ von Clemens K. Thomas – einem multimedialen Musiktheaterstück über Identitätssuche im Zeitalter sozialer Medien. Nach der Hamburger Uraufführung, deren Inszenierung für DER FAUST 2025 nominiert war, zeigt Rheinsberg nun eine eigenständige Realisierung (Aufführungen vom 5. bis zum 6. September).

www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de

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