Die Berliner Meisterköche 2025

Nicholas Hahn – Foto: 2022 Fab Agency GmbH

Die Berliner Gastronomie ist ein Spiegel der Stadt selbst: ideenreich, inspirierend, kontrastreich und interkulturell. Hier trifft genussvolles Handwerk auf Kreativität und kulturelle Vielfalt. Partner für Berlin als Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing kürt seit 1997 die Besten der Branche. Die aus 12 Food-Journalisten bestehende unabhängige Jury brachten 170 Kandidatinnen und Kandidaten in die Entscheidungsrunde und nominierte in jeder der sechs Kategorien je fünf Titelanwärter sowie den Gastronomischen Innovator. Wir stellen ihnen hier die Preisträgerinnen und Preisträger vor.

Nicholas Hahn, Cookies Cream – Berliner Meisterkoch 2025

Als Chefkoch Nicholas Hahn, von Freunden und Kollegen Nicho genannt, in Schulzeiten über seinen Berufsweg nachdachte, schlug ihm das Jobcenter LKW-Fahrer vor. Zum Glück für die kulinarische Welt wählte er einen anderen Weg. Anstatt auf die Autobahn zu fahren, ging er direkt in die Küche, wo er seither die Gäste begeistert.

Das Cookies Cream gründete Heinz Gindullis 2007 und schuf damit eine einzigartige Nische in der kulinarischen Szene Berlins. Anfangs hielt mancher die Idee eines rein vegetarischen Restaurants auf Spitzenniveau für schlichtweg absurd, doch Gindullis erwies sich als Visionär. Das Gesamtkonzept des Cookies Cream, das versteckt in einem Hinterhof in der Behrenstraße liegt, überzeugte. Selbst Kritiker gerieten ins Schwärmen, internationale Reiseführer empfahlen den Besuch. Fine Dining in lebendig-lockerer Atmosphäre.

Unter der Leitung von Küchenchef Stephan Hentschel wurde das Restaurant 2018 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, den es bis heute behalten hat. Im August 2023 übernahm Nicholas Hahn den Chefposten in der Küche des Cookies Cream. Er brachte große Portionen Erfahrungen aus Portugal, den USA und Österreich mit, hierzulande kochte er u.a. im Stuttgarter Restaurant Breitenbach, im Berliner Sternerestaurant 1st Floor und im Restaurant Steinplatz. Zügig definierte der Ausnahmekoch seine Handschrift im Cookies Cream: noch mehr Vielfalt der Gemüseküche, noch mehr Nachhaltigkeit, noch mehr vegan. Das saisonale Gemüse wird von März bis September hauptsächlich aus einem eigenen Garten im Brandenburgischen Krielow bezogen, während er in den Wintermonaten auf fermentierte Winterwurzeln und Bioprodukte zurückgreift. Mit seinem dynamischen Geist und dem Respekt vor seinen Wurzeln steht das Cookies Cream mit seinem neu gekürten Meisterkoch Nicholas Hahn, der nie vergisst, dem Team seine Wertschätzung auszusprechen, für Innovation, Qualität und die wahre Essenz Berlins.
www.cookiescream.com

Jeff Claudio, Stoke – Aufsteiger des Jahres 2025

„Stoke entstand aus den Ideen, die ich über die Jahre gesammelt und hier in Berlin umgesetzt habe. Dabei habe ich viel gelernt. Jeder Prozess, von den Rezepten über die Designelemente bis hin zur Architektur, wurde durchdacht. Jede Ecke des Restaurants wurde berücksichtigt. Mit Höhen und Tiefen und unerwarteten Wendungen in der Planung eröffnete Stoke schließlich am 12. Februar 2025 – fast fünf Jahre später“, berichtet Jeffrey Claudio. Der gebürtige Kanadier mit philippinischen Wurzeln ist seit mehr als 20 Jahren ein kulinarischer Globetrotter mit Stationen in Kanada, Australien, den USA, Großbritannien und Hong Kong. Er sammelte Erfahrungen u. a. im Kopenhagener NOMA, in Thomas Kellers Per Se in New York City und leitete die Küche im Sternerestaurant Burnt Ends in Singapur.

Jeff Claudio – Foto: James Nelson

Zu seinen Erfahrungen in Berlin gehören auch die schwierigen Begegnungen mit der Bürokratie, schließlich wollte er in der Kreuzberger Lindenstraße unweit des Jüdischen Museums etwas machen, was es so noch nie in der Hauptstadt gab: Hühnerspieße auf dem offenen Feuer, des in Japan maßgefertigten Binchotan-Holzkohlegrill garen. Mitten im Restaurant. Yakitori heißt die japanische Kunst des Hühnchengrillens, zu der unterschiedliche Zuschnitte und Zubereitungsformen gehören. Der Küchenmeister bewies Durchhaltevermögen, hatte irgendwann alle Genehmigungen und erntete von Beginn an im Stroke die begeisterte Zustimmung seiner Gäste und der Restaurantkritiker.

Serviert wird im schlicht-edel ausgestatteten Restaurant mit dem dominierenden Grill ein wechselndes Menü, dessen Bestandteil stets Hühnerspieße sind. Aber nicht irgendwelche, sondern verschiedene Yakitori- und Kushiyaki-Spieße. Dabei landen alle Teile des Tiers – auch die Innereien – auf dem Grill, nichts wird weggeworfen. Zum Menü gehören gegrilltes Gemüse, Suppe, geröstetes Brot. Klingt simpel? Einfach probieren und erleben, wie im Stroke das High-end-Produkt zelebriert und gefeiert wird.
www.stokeberlin.com

Jana Kämpfer, Manon brasserie nouvelle – Berliner Gastgeberin 2025

Jana Kämpfer – Foto: Birk Alisch

Als Jana Kämpfer erfuhr, dass sie auf der Nominiertenliste der Berliner Meisterköche 2025 steht, wollte sie es im ersten Moment gar nicht glauben. Im zweiten Moment siegte die Freude und sie verglich das voller Emotionen mit einer Oscar-Nominierung. „Jana Kämpfer ist ein wunderbarer Mensch, die Seele eines Restaurants, die stets den Überblick hat, die Gäste mit viel Wissen und Empathie berät und deren herzliche Freundlichkeit das ganze Team mitreißt“, lobt Dr. Stefan Elfenbein, Vorsitzender der Jury der Berliner Meisterköche. Der Journalist und professionelle Feinschmecker kennt die im brandenburgischen Zehdenick geborene Hotelfachfrau seit vielen Jahren, denn Jana Kämpfer gehört zum großartigen und erfolgreichen Kreativteam des Berliner Ausnahmegastronomen The Duc Ngo. Ob Kuchi Restaurants, Funki Fisch oder moriki in Frankfurt am Main – Jana Kämpfer brachte Ideen und Erfahrungen ein, diskutierte Lösungen und managte die Restaurants in den schwierigen Phasen des Laufenlernens.

Mit seinem jüngsten Projekt, Manon brasserie nouvelle im Hotel Roomers Berlin in Charlottenburg, kreierte The Duc Ngo erstmals ein Restaurant, das die französische Küche feiert. Kulinarik, Design und Kunst verschmelzen zu einem Gesamterlebnis – ein kulinarisches Rendezvous, das das Potenzial für eine harmonische Dauerbeziehung hat. An der Spitze des Gastgeber-Teams steht Jana Kämpfer. Sie kennt nicht nur die Feinheiten der Karte, sondern auch all die Geschichten, die zu diesem Ort gehören, an dem Persönlichkeiten wie Vladimir Nabokov, Yehudi Menuhin, Zarah Leander, Heinrich Böll, Günter Grass, Brigitte Bardot, Luciano Pavarotti, Harald Juhnke und Romy Schneider logierten.

Jana Kämpfer besitzt XXL-Portionen an Kompetenz, Charme und Herzlichkeit. Sie prägt das neue „Wohnzimmer Charlottenburgs“ mit Wissen, Leidenschaft, Sensibilität für die Atmosphäre und ist ein Garant für einen Service, der Gäste glücklich macht. 
www.manon-berlin.de

Luna D‘Oro in Clärchens Ballhaus – Berliner Szenerestaurant 2025

Wenn ein Name drei Mal in den Nominierungslisten erscheint, steht das für etwas ganz Besonderes: ein wiederbelebtes Juwel, ein lebendiger Ort, ein legendäres Original … All das ist Clärchens Ballhaus. Als eines der letzten erhaltenen Ballhäuser aus der Zeit um 1900 erinnert dieser Ort in Berlin Mitte an goldene und dunkle Zeiten der Vergangenheit. Clärchens Ballhaus hat zwei Weltkriege und sechs Währungsreformen überdauert und blieb ein Ort der Begegnung und des Vergnügens. Im Herbst 2024 feierte die Berliner Institution ihr 111-jähriges Jubiläum und erfand mit altem Charme eine neue Ausgehkultur.

Foto: HERZ UND BLUT

Nominiert als Aufsteiger des Jahres war Küchenchef Tobias Beck, der im Clärchen eine feine Wirtshausküche serviert und beweist, dass deutsche Küche wunderbar modern sein kann. Nominiert waren auch die beiden Gastgeberinnen Anh Vu (Restaurantleiterin), die aber nicht mehr dort tätig ist und Claudia Steinbauer. Die General Managerin, die mit Erfahrung und Menschenkenntnis dem Gast das Gefühl gibt, hier richtig zu sein. Das Restaurant des Hauses wurde zum Berliner Szenerestaurant gekürt. Mit Fingerspitzengefühl in Szene gesetzt hat das Luna D’Oro Uli Hanisch, der auch die Filmwelt von Babylon Berlin erschuf. Das alt-neue Ambiente erzählt die Geschichte des Hauses: die Discokugel, die nachtblau getünchten Wände, die Wandmalerei des tanzenden Paares, die neu gepolsterten alten Stühle und die Sitzbänke. Entstanden ist ein eleganter Ort, an dem die Gäste gut essen, lange reden, sich amüsieren, verlieben und feiern können. Der Name ist übrigens eine Hommage an eine legendäre Tänzerin, die unter ihrem Künstlernamen Luna Dorow zwischen 1919 und 1926 hier auftrat.

Das Luna D’Oro erzählt alte Geschichte so authentisch, bildhaft und stilvoll, dass Menschen aller Generationen zuhören. Eine Szenerestaurant, das der alten Ballhaus-Kultur mit viel Charme neues Leben geschenkt hat.
www.claerchensball.haus

Adana Grillhaus, Kreuzberg – Berliner Kiezmeister 2025

Was wäre Berlin ohne die Genusshandwerker, Manufakturen, inhabergeführten Läden und Höfe … sie geben ihrem Kiez Identität. Seit 2018 ehrt Berlin Partner in der Kategorie „Kiezmeister“ diese Genusspioniere. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury auf das Adana Grillhaus in der Skalitzer Straße, das seinen Gästen nicht nur gutes Essen, sondern eine große Portion Heimatgefühl bietet.

Rojat Akpolat – Foto: Adana Grillhaus

Seit 2015 betreibt die Familie Akpolat ihr Restaurant im Herzen von Kreuzberg – ein Ort, an dem traditionelle türkische Küche auf moderne Einflüsse trifft. Schon früh packte Sohn Rojat im Betrieb seines Vaters mit an: erst als Tellerwäscher, später an der Bar, am Grill und an der Salatstation. Diese praktischen Erfahrungen legten den Grundstein für seinen heutigen Erfolg, denn seit vier Jahren leitet er den Familienbetrieb. Das Restaurant in Kreuzberg entwickelte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für alle, die authentische türkische Küche in familiärer Atmosphäre schätzen. 2019 folgte die Eröffnung eines zweiten Adana Grillhaus am Adenauerplatz in Charlottenburg.

Was den Erfolg der Restaurants ausmacht? Schon beim Betreten umschmeicheln die köstlichen Aromen der türkischen Küche die Nase. Alles, von den Vorspeisen über die Grillgerichte bis hin zu den Desserts ist hausgemacht und wird frisch zubereitet. Der Tipp von Rojat Akpolat: „Unsere Lammrippchen werden sorgfältig mariniert und auf dem Grill perfekt gegart – außen knusprig, innen saftig und aromatisch. Serviert mit frischen Beilagen sind sie ein echtes Highlight für Fleischliebhaber und Fans der türkischen Grilltradition.“ Der Gast kann das Küchengeschehen live mitverfolgen, denn der Holzkohle-Grill ist verglast.

Rojat Akpolat betreibt seine beiden Restaurants mit Herz, Verantwortung und Innovationsgeist. Und die herzliche türkische Gastfreundschaft umgibt jeden, der hier einkehrt, wie ein wärmender Mantel im Winter.
www.adanagrillhaus.de

Dustin Franke (Mausi, Torte, Bar Nonno, Bademeister Bar uvm.) – Berliner Barkultur 2025

Dustin Franke – Foto: Ben Fuchs

Krass Böser Wolf am Markgrafendamm in Friedrichshain war seine erste eigene Bar. Das ist gut zehn Jahre her. Dustin Franke war gerade 23 Jahre alt und BWL-Student, als seine Gastronomie-Karriere ganz klassisch hinter dem Tresen in der Omega Bar in Neukölln begann. Seitdem lässt ihn die Leidenschaft für Bars nicht ruhen. Er entwickelte und profilierte gemeinsam mit Partnern mehrere sehr erfolgreiche Konzepte, darunter Bars wie Lamm im Norden vom Prenzlauer Berg, Bademeister in Weißensee, Stück in Kreuzberg, Torte in Neukölln, die Bar Nonno in Schöneberg. Besonderen Mut bewies Dustin Franke, als er während der Pandemie zwei Bars eröffnete. Dafür gab’s den Mixology Bar Award, den Oscar der Barszene. Jüngstes Projekt ist das Mausi am Richardplatz in Neukölln, das Dustin Franke mit seinem Team zu einem Ort des Wohlbefindens entwickelte. Mausi beschreibt sich selbst als „Speisen- und Schankwirtschaft“, gekocht wird vegetarisch, handwerklich auf hohem Level. Dazu Naturweine und natürlich klassische und selbst kreierte Cocktails wie der Pinocchio, bestehend aus Wodka, Pistazie, Zitrone und grünem Pfeffer.

Was eint all die unterschiedlichen Locations und ist die Grundlage für den Erfolg von Dustin Franke, der vom Main an die Spree kam und beim Krass Bösen Wolf landete? Es ist das Gespür für Orte und die Fähigkeit, Besonderheiten so zu kultivieren, dass jeder Ort unverwechselbar wird. Alle vereinen Berliner Kiezkneipen-Flair und moderne Barkultur. Der Barpionier wagt sich dabei sogar an Eröffnungen in Stadtteilen, die nicht als klassische Ausgehviertel in Reiseführern stehen. Zufriedene Gäste sind die Belohnung für diesen Mut.

Dustin Franke selbst beantwortet diese Frage stets mit Teamarbeit: Austausch, Diskussion von Ideen und Lösungskonzepten, konstruktive Gespräche, gemeinsame Entscheidungen, die zusammen umgesetzt werden. So kann man auch Erfolge gemeinsam feiern.

Vadim Otto Ursus Henselder – Gastronomischer Innovator 2025

Otto, Trio, Pluto – ein Dreiklang und doch ist jedes Lokal anders, individuell und anziehend für die Berliner und ihre Gäste. Was sie eint? Sie sind klein, lebendig und geprägt von handwerklicher Sorgfalt. Und sie haben mit Vadim Otto Ursus Henselder, nominiert auch als Berliner Meisterkoch 2025, einen Gründer, der in und mit diesen Locations Herz und Seele nährt. Hier fühlt sich jeder willkommen!

Vadim Otto Ursus Henselder – Foto: Robert Rieger

2019 übernahm Vadim Otto Ursus Henselder ein kleines Nachbarschaftsrestaurant in der Oderberger Straße. Schon nach kurzer Zeit war das Otto eine der angesagten Adressen Berlins. Das Trio in der Linienstraße ist ein modernes Wirtshaus, das bereits am ersten Wochenende nach der Eröffnung gelobt, gefeiert und gut besucht war. „Stylish Take on the German Pub“, beschrieb die New York Times das Lokal gleich hinter der Volksbühne. Den dritten Ton im Dreiklang setzte die Eröffnung der Weinbar Pluto in der Kastanienallee, nominiert in der Kategorie Barkultur 2025. Im Pluto geht es um das Zusammensein, um Abende, die länger werden als geplant, um spontane Begegnungen, die sich wie selbstverständlich ergeben.

Vadim Otto Ursus Henselder, der nach gastronomischen Wanderjahren und mehreren Pop-Ups mit dem Otto sein erstes eigenes Restaurant eröffnete, arbeitet von Beginn an eng mit einem Netzwerk von Produzenten aus Brandenburg zusammen. In seiner Küche werden Produkte verarbeitet, die im Umland und im eigenen Garten wachsen und gedeihen. Schatzsuche der besonderen Art. Radikal regional. Tiere werden im Ganzen gekauft und in den drei Geschwisterrestaurants verarbeitet. Hier wird nichts weggeworfen. Und dann ist da noch diese ganz spezielle Atmosphäre, die aus Lokalen Wohlfühlorte macht. Teilen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Das fördert Kommunikation und Stimmung. Otto, Trio, Pluto – hier gibt es keine Berührungsängste. Räume, in dem man von Herzen essen und trinken kann.
www.otto-berlin.net
www.trioberlin.net
www.pluto-berlin.net

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