Spezialitäten aus dem Schweizer Küchenschränkchen

Foto: Inka Thaysen

Schneebedeckte Berge, feine Schoki, dampfende Caquelons … Das sind einige der wohligen Bilder, die vor dem inneren Auge auftauchen, wenn wir an die winterliche Schweiz denken. Wer nicht selbst hinreist oder die Atmosphäre vor oder nach dem Urlaub nach Hause holen möchte, hat in Berlin eine kulinarische Möglichkeit dazu: Das „Chuchichäschtli“ am Rüdesheimer Platz.

„Chuchi“ ist die Küche, „Chäschtli“ das Kästchen … zusammen also: Küchenschränkchen. Und als solches bietet, das Geschäft Feinkost, edle Tropfen, typische Snacks und einiges an praktischem Zubehör. Zu den Bestseller-Spezialitäten gehören käsige Köstlichkeiten samt Utensilien fürs entsprechende Fondue und fürs Raclette – vom großen Topf oder Rechaud bis zur kleinen Single-Pfännchen-Variante mit Kerzenbetrieb.

Den Unternehmensnamen haben sich die beiden Inhaber eigens als Marke eintragen lassen: „Zuhause wäre das undenkbar gewesen, weil es dort ein ganz normales Wort ist“, erklärt Eidgenosse Christian Kaiser, der aus Solothurn stammt, „aber in Deutschland war es kein Problem.“ Gemeinsam mit seinem Partner hatte er das Projekt 2012 aus der Taufe gehoben, zunächst im Güntzelkiez. Im Februar 2024 zog das „Chuchichäschtli“ an seinen heutigen Standort an der Ahrweilerstraße. Die Kaisers beteiligen sich tatkräftig an Kiezfesten, dann sind sie oft mit einem Raclette-Stand anzutreffen. Beide finden es wichtig, sich sozial zu engagieren. Bleibt etwas im Laden übrig, freut sich ein lokales Kinderheim darüber. Die Abwicklung ihres Online-Shops haben die beiden Unternehmer in die Hände des Vereins gegeben, der sich für Inklusion starkmacht. Hierher gelangt alle Ware, die die Kaisers frisch importieren. Ihre Produktpalette umfasst nicht nur bekannte Marken wie Ovomaltine, Toblerone, Rivella und Thomy oder typische Produkte wie Taschenmesser oder hochklassige Spirituosen, sondern auch Fleischspezialitäten, Chips oder gar Knäckebrot. Die deutsche Kundschaft kauft neugierig, die Berliner Exil-Schweizer*innen freuen sich über Gewohntes.

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„Der Käse explodiert übrigens gerade“, sagt Matthias Kaiser und zeigt auf die vielen verschiedenen Packungen im Kühlregal. Wörtlich meint er das natürlich nicht: „Es gibt zurzeit einfach ständig neue Sorten“, erläutert er. „Wir bieten jetzt im Winter mehr als 30 Raclette-Variationen an, alle aus einer kleinen Käserei in der Nähe von Bern, damit auch kleine Betriebe und ihre Kultur erhalten bleiben.“ Die Qualität ist dabei entscheidend: „Supermarkt-Fertigfonduemischungen für ein paar Euros, das grenzt für mich an Körperverletzung“, betont Christian Kaiser. „Unsere Auswahl an frischen Fondues kommt ohne Formfette, Schmelzsalze, Aromen und Konservierungsstoffe aus.“ Die Lieblingskäsekombi der meisten Eidgenoss*innen sei hier „Moitié-Moitié“, halb und halb also – mit je gleichen Anteilen Gruyère- und Vacherin-Käse. Dazu wird Weißbrot gereicht. Fertig. Ähnlich bodenständig auch das Original-Raclette, das regional etwas unterschiedliche Ausprägungen hat. Während es in der Romandie, der Westschweiz, durchaus Tomaten beinhalten darf, setzt Christian Kaiser auf die ganz puristische Variante: „In meiner Heimat gibt’s das nur mit Kartoffeln; Silberzwiebeln und Cornichons dazu wären sozusagen schon das höchste der Gefühle.“

Authentische Rezepttipps und Zubereitungsempfehlungen bekommen Kund*innen im „Chuchichäschtli“ zum Einkauf übrigens gratis dazu. Außerdem betreibt das Unternehmen einen Blog bei Youtube. Hier kocht sich der mit den Kaisers befreundete Maître Thomas durch die Kulinarik der unterschiedlichen Schweizer Regionen, erklärt Begriffe und vergleicht Besonderheiten. Matthias Kaiser könnte sich auch vorstellen, die Schweizer Esskultur noch stärker ins Berliner Straßenbild zu bringen und erlebbar zu machen … als eine Art dauerhafter ‚Außenposten‘: „Eine Fondue-Hütte auf dem Rüdi“, schwärmt er: „Das wäre wirklich ein Traum!“

www.chuchichaeschtli.de
www.youtube.com/@chuchichaeschtli-tv

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