Für Vanessa Kubsch begann das neue Jahr mit einem echten Highlight im Harz. Der Schauplatz war Wernigerode, vom 2. bis 6. Januar standen hier veritable Miss-Wahlen der MGO – Miss Germany Organisation an – und die 30-Jährige aus Marienfelde war mittendrin. Mit öffentlichen Auftritten kennt sich Vanessa zwar gut aus, sie war beispielsweise bei der ARD-Samstagabendshow „Klein gegen Groß“ mit Kai Pflaume dabei, schlüpfte bei einem Duell um Schnittmuster in verschiedene Klamotten und führte sie vor. In Wernigerode aber war die im vorigen Jahr zur Mrs. Berlin gekürte Berlinerin ein bisschen nervös. „Ich habe das letztlich gut abschütteln können und war mit meiner Performance ziemlich zufrieden“, erzählt Vanessa beim Gespräch mit dem TOP Magazin in einem Café am Südkreuz.
Zu einem Platz unter den ersten Drei reichte es bei der Wahl zur Mrs. Deutschland zwar nicht, dennoch war es für Vanessa eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. „Zum einen war es eine hochinteressante Veranstaltung mit 52 Frauen und den beiden Konkurrenzen zur Mrs. und zur Miss Germany, zum anderen bin ich dankbar für den Titel Mrs. Berlin und stolz darauf, dass ich meine Heimatstadt in Wernigerode vertreten durfte“, sagt die junge Frau.
Vor 30 Jahren kam sie in Berlin zur Welt. Ihre Eltern waren aus Argentinien nach Deutschland umgesiedelt, der Vater hat deutsch-russische Wurzeln, die Familie der Mutter stammt aus Paraguay. Vanessa wuchs im Berliner Süden auf und blieb Marienfelde auch immer treu. Ihr Vater stand früher im Tor des Fußballvereins Stern Marienfelde. Zu ihren Eltern hat sie eine ganz besondere Beziehung, sie lebt nach wie vor mit ihnen zusammen unter einem Dach, sie gehen zusammen ins Fitness-Studio und fahren gemeinsam in den Urlaub. „Das ist für Außenstehende sicher ungewöhnlich, aber wir verstehen uns einfach super. Das ist fast wie in einer WG“, sagt sie.
Ganz locker plaudert sie an diesem warmen Vorfrühlingstag drauf los, von Starallüren keine Spur. „Wir können gern auch ein paar Fotos machen, ich lasse mich gern fotografieren“, sagt sie. Damit hat Vanessa Kubsch auch reichlich Erfahrung. Bereits mit 19 Jahren hat sie an einer regionalen Miss-Wahl teilgenommen – und sie kann auf Shootings im Beauty-Bereich, u. a. für Make-up- und Haarprodukte, zahlreiche Shootings für Sport- und Streetwear-Marken, im Fitnessbereich und auch auf Shootings für Abendkleider verweisen. Sie zierte das Cover des Foto-Fachmagins DOCMA, und sie spielte in diversen Musikvideos mit, u.a. auch von Mike Singer. Dennoch machen solche Auftritte eher den kleineren Teil in Vanessas Leben aus.
Ihre Brötchen nämlich verdient sie als Erzieherin in einer Grundschule. Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau, machte danach das Wirtschaftsabitur und schloss ein Lehramtsstudium für Spanisch und Ethik an. „Fünf Semester habe ich studiert, dann kam Corona und alles lief nur noch online. Ich habe das Studium abgebrochen, das machte so keinen Spaß mehr. Ich fühle mich bei Präsenzunterricht viel wohler“, erzählt sie. „Dann habe ich geschaut, was ich machen sollte. Ich wollte beruflich unbedingt etwas mit Kindern zu tun haben und habe mich dann zur Erzieherin ausbilden lassen.“
Und dann ist da noch der sportliche Part, der aus Vanessas Leben nicht wegzudenken ist. Sie macht Krafttraining und Spinning auf dem Rad – und sie betreibt Kampfsport, zehn Jahre widmete sie sich dem Taekwondo, sechs Jahre dem Kickboxen. An Meisterschaften allerdings hat sie nie teilgenommen. „Mein Trainer hätte das gerne gesehen, aber mir hat das Training immer genügt: Da geht es auch schon richtig zur Sache“, lacht sie.
An der Wahl zur Mrs. Berlin aber nahm sie teil, nachdem sie per Zufall die Ausschreibung gesehen hatte. Die Bewerbung war dann online. „Da haben sich rund 200 Frauen beworben, die Jury hat sich letztlich für mich entschieden. Ich war super überrascht, als der Anruf kam, damit hatte ich echt nicht gerechnet.“ Und dann ging es eben zur Wahl der Mrs. Deutschland in den Harz. Kommt nun noch etwas nach in diesem Bereich, oder war es das für Vanessa? „Ich würde niemals nie sagen, aber das müsste auch richtig passen. Ich hatte schon eine Anfrage einer anderen Organisation, die aber habe ich abgelehnt.“
