So tragen Berlins Dienstgebäude zum Klimaschutz bei  

Pflanzenschutzamt Berlin Mohriner Allee 137, 12347 Berlin. Fotos: BIM GmbH

Berlin soll laut des novellierten Klimaschutz- und Energiewendegesetzes (EWG Berlin) bis 2045 klimaneutral werden. Im Vordergrund steht vor allem die Senkung der CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent. Der Gebäudesektor spielt dabei eine wesentliche Rolle.  

Ein Großteil der energetischen Maßnahmen passiert bereits vor den Augen der Berliner*innen. Im vergangenen Jahr sanierte die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als der Immobiliendienstleister des Landes u. a. das HAU Hebbel am Ufer (HAU2). Finanziert wurden die dortigen Maßnahmen in Höhe von 3,8 Mio. Euro, wie z. B. die energetische Sanierung des Daches und der Fassade sowie der Austausch der Fenster und Türen, anteilig über das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE). Auch die Umrüstung der vorhandenen Beleuchtung auf LED und die Erneuerung der Lüftungs- und Kälteanlage des Saals wurde aus dem Programm bezahlt, die Einsparung beträgt eine CO2-Einsparung von 204 t jährlich. Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt wird momentan ebenfalls für rund 12 Mio. Euro, teilfinanziert durch BENE-Mittel, energetisch saniert. Mit Abschluss dieser Maßnahme im September 2022 sollen pro Jahr 342 t CO2 eingespart werden. Ähnlich wie beim HAU werden auch hier u. a. die Fenster teilweise erneuert, im Funktionsgebäude auf LEDBeleuchtung umgestellt und die Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Sanierungsmaßnahmen für das Pflanzenschutzamt in Neukölln sollen in diesem Jahr beginnen. Hier werden u. a. die technischen Anlagen energetisch verbessert. Finanziert werden auch diese Maßnahmen teils über das BENE-Programm. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) und entsprechende Heizkessel, die jeweils aus Eigenmitteln der BIM finanziert werden, sollen zukünftig die neue Absorptionskältemaschine mit Wärme versorgen. Zudem ist geplant, die Lüftungsgeräte zu erneuern und eine Gebäudeautomation zu installieren. 

Photovoltaik-Anlagen 

OSZ Informations- und Medizintechnik

Vor dem Hintergrund des EWG Berlin prüft die BIM sukzessive alle Dachflächen, ob sie sich für die Installation von Photovoltaik- Anlagen (PVA) eignen, und setzt bei der anschließenden Errichtung auf ein wirtschaftliches Pachtmodell. Dabei werden die von den externen Dienstleister*innen aufgebauten PVA vom SILB gepachtet, um den erzeugten Solarstrom am Standort direkt zu nutzen. Insgesamt 140 Photovoltaik-Anlagen gibt es derzeit verteilt auf 120, durch die BIM verwaltete, Liegenschaften. Diese erzeugen mit einer installierten Leistung von 14,3 MWp eine Strommenge von ca. 12.700 MWh pro Jahr – das entspricht dem Jahresbedarf von etwa 3.600 Drei- Personenhaushalten Berlins. Im Bereich der Photovoltaik arbeitet die BIM eng mit den Berliner Stadtwerken zusammen. Im Anschluss an die Analyse, Planung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in der technischen Gebäudeausrüstung, einschließlich der Elektrotechnik, sorgt die BIM für den energieeffizienten Betrieb der gebäudetechnischen Anlagen. Ein erstes Highlight war das ganzheitliche energetische Modernisierungsprojekt des Oberstufenzentrums in der Haarlemer Straße 27. Hier konnten durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen wie neue Beleuchtung, die Optimierung der raumlufttechnischen Anlage sowie die Installation eines BHKW, neuer Brennwertkessel und einer Umwälzpumpe eine CO2-Einsparung von 487 t im Jahr erreicht werden. Der erzeugte Strom aus dem BHKW wird in erster Linie im Oberstufenzentrum selbst verwendet und eventuelle Überschüsse in das öffentliche Netz gespeist. Die Vorteile von BHKW liegen auf der Hand: hoch-effiziente und gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme, CO2-Einsparung sowie der zellulare An-satz der dezentralen Erzeugung. Denn die Energie wird dort erzeugt, wo sie auch verbraucht wird, Netze werden entlastet, Netzverluste sinken und die Versorgungssicherheit steigt.

www.bim-berlin.de

BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH 

Als Berlins landeseigener Immobiliendienstleister trägt sie die Verantwortung für mehr als 5.000 Gebäude und Grundstücke. Dabei ist sie u. a. für deren Bewirtschaftung, Entwicklung und Vermietung sowie den baulichen Unterhalt zuständig. 

Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB) 

Das SILB enthält die vom Land Berlin für seine öffentliche Verwaltung genutzten Immobilien, wie z. B. die Gebäude der Berliner Hauptverwaltung, der Finanzämter, Gerichtsgebäude, berufsbildende Schulen, Gebäude der Polizei und Feuerwehr sowie Kultureinrichtungen und Justizvollzugsanstalten.

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